
Was Selen im Körper leistet – und was nicht
Wir brauchen täglich nur Millionstel Gramm davon, und trotzdem kommt der Körper ohne Selen nicht aus. Was die Wissenschaft weiß, was die EU offiziell bestätigt und wo die Grenzen liegen.
von Julia
Als der schwedische Chemiker Jöns Jacob Berzelius 1817 ein neues Element entdeckte, gab er ihm den Namen der griechischen Mondgöttin Selene. Es ähnelte dem Tellur, das nach der Erde benannt war, also bekam es den Mond. Ein poetischer Name für etwas, das man im Alltag nie zu Gesicht bekommt.
Selen ist ein Spurenelement. Der Körper kann es nicht selbst herstellen, er muss es mit der Nahrung aufnehmen, und zwar in winzigen Mengen: Für Erwachsene nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen Schätzwert von 60 bis 70 Mikrogramm am Tag.
Wo Selen im Körper arbeitet
Im Körper wird Selen in Eiweiße eingebaut, die Selenoproteine. Beim Menschen sind rund 25 davon bekannt. Einige gehören zu den körpereigenen Schutzsystemen gegen reaktive Sauerstoffverbindungen, andere sind daran beteiligt, dass die Schilddrüsenhormone ihre aktive Form erhalten.
Aus dieser Biochemie ergeben sich die Wirkungen, die in der Europäischen Union als gesundheitsbezogene Angaben zugelassen sind. Wer ein Lebensmittel mit Selen bewirbt, darf genau diese Sätze verwenden, und nur diese. Daran halte ich mich, auch hier im Blog.
Was Selen laut EU leistet
- Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
- Selen trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- Selen trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
- Selen trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei.
- Selen trägt zu einer normalen Spermabildung bei.
Auffällig ist, wie nüchtern diese Sätze klingen. „Trägt zu einer normalen Funktion bei“ heißt: Selen ist eine Voraussetzung dafür, dass etwas im Körper so funktioniert, wie es soll. Es heißt nicht, dass zusätzliches Selen eine Funktion über das Normale hinaus steigert.

Was Selen nicht ist
Selen ist kein Mittel gegen Krankheiten, und mehr ist nicht besser. Die Spanne zwischen ausreichender und zu hoher Zufuhr ist bei Selen enger als bei vielen anderen Nährstoffen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2023 eine tolerierbare Höchstmenge von 255 Mikrogramm pro Tag für Erwachsene festgelegt, aus allen Quellen zusammen.
Ausreichend ist das Ziel. Mehr ist nicht besser.
Wer eine Schilddrüsenerkrankung hat oder regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme von Selen mit der Ärztin oder dem Arzt absprechen. Das gilt für jedes Präparat mit Selen, auch für das SELEN Tonikum.
Wer genauer hinschauen sollte
Bei einer gemischten, abwechslungsreichen Ernährung ist ein Selenmangel in Deutschland selten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt allerdings Menschen, die sich vegan ernähren, als mögliche Risikogruppe. Pflanzliche Lebensmittel aus Europa enthalten oft wenig Selen, weil die Böden hier vergleichsweise selenarm sind. Warum das so ist, steht im Artikel Warum Selen im Boden anfängt.
Ob die eigene Versorgung ausreicht, lässt sich nicht am Befinden ablesen. Wer es genau wissen will, kann den Selenwert im Blut ärztlich bestimmen lassen.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.
Geschrieben von Julia
Ich schreibe über Selen, Fermente und den Wald, belegt und verständlich. Mehr über mich
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Flüssiges Selen aus naturbelassenen Vollfermenten, mit guter Bioverfügbarkeit. Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Nahrungsergänzungsmittel. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern lagern.